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Pfefferspray kaufen – daran denken die wenigsten!

Beim Kauf eines Pfeffersprays gibt es einige Dinge, worauf du zwingend achten solltest. Im Nachfolgenden zeigen wir dir absolute No-Gos auf, die viele Leute beim Kauf Ihres Pfeffersprays nicht berücksichtigen und auf die du besonders achten solltest!

Als Verkäufer in einem Waffengeschäft hat man eigentlich immer die ein oder andere erheiternde Geschichte auf Lager. Eine Geschichte, die sich leider bei sehr vielen anderen Kunden regelmäßig wiederholt, möchte ich teilen und anhand dieses Beispiels zeigen, was andere Kunden beim Kauf eines Pfeffersprays oder Ähnlichem falsch machen:

Ein Kunde betritt mit seiner Freundin den Laden. Nach kurzer gegenseitiger Begrüßung gehen beide zur Vitrine, in der die Reizgas- und Pfeffersprays ausgestellt sind und schauen sich das dortige Sortiment an. Nach kurzer Zeit drehen sich die Kunden zu mir und sagen, „wir nehmen das da“, und zeigen dabei auf das günstige, in der Vitrine ausgestellte Produkt. Nach kurzer Rückversicherung, ob sich beide bei dieser Entscheidung sicher seien, frage ich anschließend, ob sie denn wissen, wofür genau sie sich entschieden haben. Die Antwort darauf ist in diesen Fällen ausnahmslos immer: „Nein.“

Fehler #1 – Der Preis.

Das teuerste Produkt auf dem Markt muss nicht zwingend das Beste sein, das ist richtig.
Ist es allerdings nicht doch häufig so, dass wir eine bessere Qualität geliefert bekommen, wenn wir mehr Geld in die Hand nehmen?

Ein Pfefferspray zu kaufen, ist eine Investition in dein Leben. Eine Schreckschusspistole, ein Elektroschocker oder ein Pfeffersprayabschussgerät sind Mittel, damit du dein Leben oder das Leben deiner Mitmenschen schützen kannst.
Wenn du beabsichtigst, einen solchen Gegenstand zu kaufen – für dich, für ein Familienmitglied, für deinen Partner oder für wen auch immer – dann erwartest du doch, dass er seinen Zweck zuverlässig erfüllt und seinen Anwender optimal schützt?!

Was kann man aber falsch machen? Bleiben wir zur genaueren Fehleranalyse bei den Abwehrsprays. Pfefferspray ist nicht gleich Pfefferspray. Es gibt wesentliche Unterschiede in Marken, Inhalt und technischer Ausstattung (hierzu in einem späteren Beitrag mehr) und je nach Modell und Ausführung zahlt man natürlich einen anderen Preis. Im Generellen gilt, je höher der Preis, desto besser das Modell.
Günstige Pfefferspray haben in der Regel einen sehr geringen Inhalt. Das dadurch entstehende kompakte Format der Dosen bietet zwar den Vorteil einer gewissen Handlichkeit, doch im Einsatz zeigen diese nur eine geringe Wirksamkeit, da der Inhalt meist nach ein paar Sekunden verbraucht ist. Die Wahrscheinlichkeit eines Treffers in solch kurzer Zeit ist gering. Man darf nicht vergessen, dass man in einer derartigen Situation selten einen kühlen Kopf bewahren kann. Treffsicheres Zielen kann in einer Notsituation nicht erwartet werden. Die Lösung ist, einen größeren Inhalt zu wählen. Mehr Inhalt kostet allerdings auch mehr.
Des Weiteren sind günstige Pfeffersprays oft schlicht gehalten. Sie besitzen keinerlei Sicherheitsmechanismen, die vor ungewollter Auslösung schützen. Drückt ein anderer Gegenstand auf Grund falscher Lagerung in einer Tasche oder auf Grund unruhiger Finger auf den Sprühkopf, kannst du dir sicher sein, dass der Inhalt an Ort und Stelle entweicht. Höherpreisige Abwehrsprays besitzen Schutzkappen, die das vermeiden.
Zuletzt sei noch gesagt, dass es Unterschiede in der Art des Strahls gibt. Günstige Modelle versprühen den Wirkstoff in einer Art Sprühnebel. Man kann sich das wie ein Deo vorstellen. Dieses hat den entscheidenden Nachteil, dass man sehr schnell in der eigenen Wolke steht und selbst vom Wirkstoff erfasst wird. Die Alternative hierzu wäre der direkte Strahl. Dieser ist zielgerichtet und nicht so leicht durch Wind oder Luftwiderstand beinflussbar. Aber: Pfeffersprays, die ihren Wirkstoff als Strahl versprühen, sind kostenintensiver. (Die genauen Unterscheide, sowie Vor- und Nachteile zwischen der Wolke und dem Strahl erläutern wir in einem späteren Beitrag ausführlich)            

Natürlich lässt sich die Analyse der qualitativen Unterschiede ebenfalls auf andere Produkte anwenden, die zum Selbstschutz geeignet sind. Egal ob Schreckschusspistolen, Elektroschocker, Reizstoffe, Heimverteidigungswaffen oder Ähnlichen – es gibt immer preisliche Unterschiede und folglich auch Qualitative. Informiere dich woher die preislichen Unterscheide kommen und entscheide dann rational – und lehne nicht prinzipiell alles ab, nur weil es einen höheren Preis hat.

Der Preis sollte bei einem Artikel zum Selbstschutz eher eine untergeordnete Rolle spielen. Natürlich musst du kein 200 € Produkt erwerben, wenn du dir ein Budget von 20 € gesetzt hast. Aber oft bekommst du für etwas mehr Geld eine bessere Qualität und dadurch zuverlässigeren Schutz geliefert. Gib dem Preis wenigstens eine Chance!

Fehler #2 – Unwissenheit.

Wie bereits beschrieben, unterscheiden sich die Produkte untereinander. Man kann nicht einfach davon ausgehen, dass die Artikel äquivalent sind.

Neben den regulären Abwehrsprays gibt es beispielsweise auch Trainingssprays. Nicht immer sind diese optisch sofort voneinander zu unterscheiden und beide werden in der Regel nebeneinander ausgestellt. Trainingssprays beinhalten anstelle des Reizstoffes einfach nur Wasser.
Nun stell dir vor, du möchtest für eine geliebte Person ein Abwehrspray kaufen und kaufst versehentlich ein Trainingsspray. Gerät diese Person einmal in eine Notwehrsituation und benötigt ihr „Abwehrspray“, dann wird es ein böses Erwachen geben…
Ehrlich gesagt möchte ich nicht wissen, wie viele dieser Trainingssprays mit gutem Gewissen in den Handtaschen von Frauen liegen, nur, weil man sich beim Kauf zu fein war, nachzufragen, was man kauft!
Wir Händler sind nicht verpflichtet, Kunden auf derartige Fehler hinzuweisen. Ein Händler kann davon ausgehen, dass Kunden bestens informiert sind und wissen, was sie kaufen!

Kurz gesagt gilt: Wenn du keine Ahnung hast, dann frag nach, bevor du etwas blind kaufst! Nachzufragen ist keine Schande – in diesem Fall kann es dir sogar dein Leben retten.

Nun weiter aber in der Geschichte…

Nachdem ich die Kunden letztendlich doch beraten habe und diese das für sie optimale Produkt gekauft haben, erkläre ich beiden routinemäßig die Rechtlichkeit. Anschließend überreiche ich das Spray den Kunden und was geschieht? – die Freundin lässt das Pfefferspray in ihre Handtasche rutschen…

Fehler #3 – Die Lagerung.

In einer eigenen Umfrage gaben 56 % aller Befragten an, ihr Mittel zum Selbstschutz im Rucksack bzw. in der Handtasche zu tragen. Offen gestanden, es gibt keinen schlechteren Ort, ein Pfefferspray oder Ähnliches zu verstauen. Jeder, der daran einen Gedanken verschwendet, kann es eigentlich gleich sein lassen und sich das Geld sparen.

Wie lange willst du dein Selbstschutzartikel suchen, wenn du bedroht wirst? Eigentlich sollte jeder das eigentliche Problem gut kennen: das ewige Wühlen, wenn man etwas Bestimmtes in einer Tasche sucht.
Lass es einfach! Du wirst deinen Schutz niemals rechtzeitig greifen können, zumal die Tasche ohnehin eher weggerissen wird, als dass man die Chance bekommt, darin zu graben!

Die meisten argumentieren daraufhin, dass das Pfefferspray nur temporär in der Tasche transportiert und dass es in die Hand genommen wird, sobald etwas zwielichtig erscheint.
Guter Ansatz, aber leider ist Hellseherei keine fundierte Wissenschaft. Es ist allgemein bekannt, wie das Leben spielt. Es trifft einen immer unvorbereitet. Solltest du jemals in eine Situation geraten, in der du deinen Schutz gebrauchen musst, wirst du mit sehr großer Wahrscheinlich vorher nicht damit rechnen! Und dann steckt dein Schutz, da wo du ihn niemals rechtzeitig erreichst: tief in deiner Tasche.

Besser gefallen mir die Leute, die Ihren Schutz in die Jackentasche stecken. Unserer Statistik zur Folge trifft das auf 32 % der Befragten zu. Ein Abwehrspray z.B. bleibt greifbar und schnell einsatzbereit, aber auch nur, wenn du deinen Schutz darin immer in der Hand behältst.
ABER: Der beste Schutz ist der Schutz, der nicht eingesetzt werden muss. Das setzt natürlich voraus, dass es gar nicht erst zu einer Notwehrsituation kommt. Psychologische Aspekte sind dabei wichtig. Was glaubst du, welche Personen eher in die Kategorie fallen, bedroht oder belästigt zu werden? – Personen, die auf Grund fehlender Ausstrahlung augenscheinlich eine Opferrolle einnehmen oder Personen, die selbstbewusst wirken?
Ein Abwehrspray beispielsweise in der Hand haltend, versteckt in einer Jackentasche, führt automatisch zu einer geknickten und verschränkten Haltung. Deine selbstbewusste Ausstrahlung wird dadurch behindert, die Ausstrahlung als potenzielles Opfer gestärkt.

Wenn du es wirklich ernst meinst, hat dein Schutz in einer Tasche nichts zu suchen! Du wirst es niemals rechtzeitig greifen können.
Daher ist es wichtig, einen Artikel zum Selbstschutz immer griffbereit zu halten. Viele stecken diesen in die Jackentasche. Wenn du das machst, ist es wichtig, deine Hand mit in der Tasche zu behalten. In einer hektischen Gefahrensituation wird es nicht einfach sein, deine Hand erst in eine enge Jackentasche einfädeln zu müssen – zumal dein Schutzartikel mit Sicherheit nicht perfekt in die Hand rutschen wird. Es ginge wertvolle Zeit verloren – Zeit, die du unter Umständen nicht haben wirst.
Im Generellen gilt jedoch: Halte deine Hände frei! Das hilft, eine gerade und aufrechte Haltung zu bewahren. Die Gefahr einer Konfrontation wird durch die dadurch gestärkte, selbstbewusste Ausstrahlung verringert. Suche eine Möglichkeit, deinen Schutz direkt am Körper zu tragen. Es gibt für jedes Produkt spezielle Holster. Einige Produkte besitzen auch einen eigenen Clip, der das direkte Tragen am Gürtel ermöglicht.

Ich bin mir bewusst, dass für viele diese Option nicht in Frage kommt, da auf Optik heutzutage zu viel Wert gelegt wird. Was ist dir jedoch wichtiger: schön auszusehen oder die Unversehrtheit deines Lebens?

Erfahre hier, warum man sich selbst schützen sollte!