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Persönliche Sicherheit in die eigenen Hand nehmen?

Bereits vor 15 Jahren erzählten Freunde und Bekannte, man müsse sich ein Pfefferspray in die Tasche stecken, bevor man das Haus verlässt, da man nie wissen könne, was einen unterwegs erwartet. Und heute? Heute ist die Situation unverändert.  Einer eigenen Statistik zur Folge besitzt jeder Dritte etwas, um sich im Notfall selbst schützen und verteidigen zu können. Doch muss man sich in Deutschland wirklich schützen?

Zunächst einmal muss eines festgestellt werden: Deutschland ist eines der sichersten Länder weltweit!

Jeder kennt die Berichte darüber, wie es teilweise in den US-amerikanischen Großstädten, vor Allem in deren Armutsvierteln, zu sich geht. Bandenkriminalität, Schießereien und Korruption stehen dort an der Tagesordnung. Schlimmer noch geht es in den Ländern der Dritten Welt zu. Öffentliche Verkehrsmittel sollten gemieden werden, da sie als zu unsicher gelten und nach Einbruch der Dunkelheit ist angeraten, generell nicht mehr auf die Straße zu gehen. Das ist ein unsicheres Leben – nicht das, welches wir in Deutschland führen.

Natürlich gibt es auch in Deutschland Problemviertel. Und natürlich heißt „sicher leben“ nicht, dass wir in Deutschland von Kriminalität unberührt bleiben. Wo auch immer Menschen aufeinandertreffen wird es Kriminalität geben – das war immer so und es wird auch immer so sein. Doch wie genau sieht die Situation in der Bundesrepublik denn genau aus? Werfen wir dazu doch einmal einen Blick in die vom BKA veröffentliche Kriminalstatistik des Jahres 2019.

Im Jahr 2019 wurden insgesamt rund 5,44 Mio. Straftaten erfasst. Da jedoch nicht alle Straftaten für die Beantwortung der Leitfrage relevant sind, beschränken wir uns auf Straftaten der Gewaltkriminalität. Hierzu sind insgesamt ca. 181.000 Fälle erfasst. Die Fälle lassen sich in ca. 131.000 Delikte von gefährlicher und schwerer Körperverletzung, rund 36.000 Fälle von Raubdelikten, ca. 9.000 Fälle von Vergewaltigungen, sexueller Nötigung und sexuellen Übergriffen in schweren Fall einschl. Todesfolge, sowie ca. 2.000 Morde und Totschläge untergliedern. 386.000 Fälle von „Vorsätzlich einfacher Körperverletzung“ sind bei Gewaltkriminalität nicht mit einbezogen, sollten aber definitiv mit aufgeführt werden.

Es gibt nun zwei Möglichkeiten, diese Zahlen zu betrachten. Auf der einen Seite kann man sich durch diese Zahlen nicht stören lassen. Sie fallen niedrig aus und auf Grund dessen ist es einfach zu unwahrscheinlich, dass einem etwas passiert.
Andererseits können diese Zahlen auch mit Skepsis betrachtet werden. 2.000 Morde sind immerhin 2.000 Morde und 131.000 schwere Körperverletzungen sind 131.000 schwere Körperverletzungen zu viel – wir leben erst ein sicheres Leben, wenn alle Kriminalitätszahlen auf 0 sind.

Beide Seiten sind extreme Denkweisen: die eine mag die Situation leichtgläubig und mit rosaroter Brille betrachten, die andere Position malt sich die Situation schwarz.

Auf Grund der Tatsache, dass Deutschland ein sicheres Land ist, habe ich mir selbst immer eingeredet, dass man Schutz nicht in die eigene Hand nehmen muss. Mir könne nichts passieren. Die obenstehenden Zahlen fallen in der Tat nicht besonders hoch aus. Gegengerechnet, wie viele Menschen sich tagtäglich in Deutschland aufhalten und wie viele Straftaten täglich geschehen, ist es schlichtweg unwahrscheinlich, dass einem selbst Unrecht widerfährt. Und dennoch wird tausenden Menschen in Deutschland täglich (offiziell und heruntergebrochen sind es ca. 1.416 Gewaltstraftaten pro Tag!) Gewalt angetan. Der Wahrscheinlichkeit entsprechend hatten diese Gewaltopfer im wahrsten Sinn des Wortes einfach „Pech“.

Doch Pech zu welchem Preis? Pech heißt in diesem Fall nicht, keinen Hauptgewinn in der Lotterie zu erzielen oder auf Grund eines Verkehrsstaus nicht rechtzeitig zum Bewerbungsgespräch deines Traumjobs gekommen zu sein. Pech heißt hier, im schlimmsten Fall deinen Körper zu gefährden oder dein Leben zu riskieren. Und an dieser Stelle frage ich dich: Was ist dir selbst dein Leben wert?

Du kannst nie mit Gewissheit sagen, ob es dich jemals treffen wird. Und falls es dich doch trifft, kannst dir nicht sicher sein, wann es dich trifft. Übermorgen, nächste Woche, in zwei Jahren? – keiner kann diese Frage beantworten. Wo wirst du dich aufhalten? Sind Leute in der Nähe, die dir helfen können? Würde dir überhaupt jemand zu Hilfe eilen, wenn dir Unrecht angetan wird. All das sind Fragen, deren Antwort du erst herausfinden wirst, wenn es zu spät ist. Willst du es darauf ankommen lassen?

Ungeschütztes Opfer vs. geschütztes Opfer – noch Fragen?

Gewalt und Kriminalität sind auch ein Teil von Deutschland und es kann jeden treffen – dich eingeschlossen. Es gibt zwei Möglichkeiten mit dieser Wahrheit umzugehen.
Du kannst einerseits dein Glück herausfordern und dir einreden, dass du einer der glücklichen sein wirst, denen nie etwas geschieht. Solange dir nichts zustößt, ist alles gut. Was aber, wenn du kein Glück hast? Sei dir bewusst, dass du schlimmstenfalls den vollen Preis bezahlen musst.
Andererseits kannst du Vorsicht walten lassen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit gering ist, bist du dir bewusst, dass es auch dich treffen kann. Du kannst Vorsichtsmaßnahmen treffen, mit denen du das eventuell sonst Unvermeidbare abwenden kannst – du kannst lernen, dich selbst zu verteidigen oder Gegenstände kaufen, mit denen du dich schützen kannst! Ein anständiges Reizgas- oder Pfefferspray (letzteres ist in Deutschland zur Tierabwehr bestimmt) kostet dich zwischen 10 – 20 EUR und ist eine Investition in dein Leben. Sollte es dir das wert sein? Du hast die Wahl!

Schutz in die eigene Hand zu nehmen, ist keine Schande. Du bist kein Schwarzmaler, nur weil du kein volles Vertrauen in die Welt und die Menschen hast. Du bist vorsichtig – da bist du einigen deiner Mitmenschen bereits weit voraus. Und Vorsicht ist besser als Nachsicht. Du kannst wie gesagt, nie wissen, ob es dich trifft. Aber besser etwas zu haben und nicht zu gebrauchen, als etwas nicht zu haben und zu brauchen. Und am Ende wirst du sehen, dein Schutz wird dir wenigstens ein Gefühl von Sicherheit geben.

Sei vorbereitet!

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